09.09.2009

"Sachsens brauner, bösartiger Tumor"

Heute mal was, was nicht aus meiner Feder stammt. Außer den verzückenden Worten von Amos Oz habe ich mir in Tel Aviv auch noch eine LVZ vom 1. September zu Gemüte geführt. Darin fand ich folgenden Kommentar von Andreas Friedrich zur vergangenen Landtagswahl in Sachsen:

Nur Weltfremde buchen die Verluste der NPD in Sachsen als Erfolg ab. Tatsächlich lässt sich zu deren Wiedereinzug in den Landtag nur eines sagen: Es ist eine Schande für Sachsen. Denn überall im Freistaat, nicht nur in der Sächsischen Schweiz, leben Menschen, die fremdenfeindlich, rassistisch und rechtsextrem denken. Die wählen nicht aus Protest die NPD, sondern weil diese Partei die Demokratie abschaffen will. Die Neonazis haben sich in vielen Köpfen und im Landtag, aber auch in Vereinen, in Jugendclubs, an Stammtischen - sie haben sich im bürgerlichen leben eingenistet - wie ein bösartiger Tumor, der den Organismus, von dem er lebt, von innen zerstört. Das hat zwei Gründe: Viele Demokraten haben die Nazis zu oft ignoriert, statt sich mit ihnen ernsthaft, dauerhaft und entscheidend auseinanderzusetzen. Und: Über anderthalb Millionen Nichtwähler verhinderten mit ihrer Verweigerung, dass die NPD-Anhänger überstimmt werden. Denn das braune Krebsgeschwür lässt sich nicht wegschneiden. Dagegen helfen nur Selbstheilungskräfte.